Rothenfluh Schwinget Gutwinde

Geschichte:

 

Junge Rothenfluh-Älpler und einige gleichgesinnte Schwinger aus dem Schwingerverband am Rigi kamen 1965 auf die Idee, auf der Rothenfluh-Alp ein Schwingfest durchzuführen. Man wollte das Kräftemessen auf dem Rigiberg veranstalten, weil drei Schwinger mehrere Alpsommer dort oben verbrachten oder verbringen mussten.

 

An einem prächtigen Sonntag im Jahre 1966 – mitten in der Alpzeit – traf sich ein kleines Grüppchen Gleichgesinnter bei der Alphütte Eichhorn. Zwei Handvoll Schwinger führten dieses Kräftemessen aus. Die Première war wirklich sehr bescheiden, denn ausser den Schwingern war niemand anwesend. Bei dem so schwach besetzten Teilnehmerfeld gab es gleich drei Sieger. In den Folgejahren wickelte sich das kleine Schwingfest mehr oder weniger problemlos ab.

 

Der Schwingplatz vor der Hütte Eichhorn war hart und steinig. Damit war auch eine erhöhte Unfallgefahr verbunden. Man suchte nach einem anderweitigen und geeigneten Schwingplatz. So wurde der Schwinget im Jahre 1971 kurzfristig vor die ‚Jörfranzä-Hüttä‘ verlegt. Das Teilnehmerfeld stieg bereits auf zirka 20 Schwinger an, und es waren auch schon einige Zuschauer zu vermerken. Da der Standort noch immer nicht zufriedenstellend war, wurde weiter gesucht. Auf der Plattfluh wurde man fündig. Es kam auch der Zeitpunkt, wo beim Rothenfluh-Schwinget im Rahmen eines Nachwuchswettkampfes eine Altersbegrenzung eingeführt werden musste, um klare Verhältnisse zu schaffen. Doch auch der Schwingplatz auf der Plattfluh in Goldau war nicht ideal und es wurde weiter gesucht.

 

Im Jahre 1975 wurde der Nachwuchs-Schwinget in Arth auf der Liegenschaft Gantli ausgetragen. Erstmals an diesem Fest wurde eine Rangliste erstellt, in welcher alle Teilnehmer rangiert wurden. Je länger je mehr mauserte sich der Rothenfluh-Schwinget verbandsintern zu einem traditionellen Jungschwingeranlass. Der Teilnehmerkreis weitete sich zusehends aus, aber auch die Zuschauerkulisse nahm Formen an, so dass die Organisatoren über die Bücher gehen mussten und das gesamte Organisationskonzept einer Überprüfung bedurfte. Dank grossen Anstrengungen ist es einigen Mitbegründer des Rothenfluh-Schwingets gelungen, bei Schwingerfreund Thomas Fischlin, Gutwinde in Oberarth, einen idealen Festplatz zu sichern. Seit diesem Zeitpunkt findet der beliebte Nachwuchs-Schwinget auf diesem Areal statt.

 

In den Anfängen war es einmal dieser oder jener Schwingerfreund, der für diesen Jungschwinget das Zepter in die Hand nahm. Im Jahre 1977 wurde für den Anlass eine straffere Organisation eingeführt. Ein Organisationskomitee – mit verschiedenen Ressortchefs – sowie ein Vorstand wurden eingesetzt. Als erster Präsident dieses Gremiums wurde der Mitpionier Walter Inderbitzin gewählt. Der Rothenfluh-Schwinget durchlief – wie jeder andere wiederkehrende Anlass – Höhen und Tiefen. So ist aus Schriftstücken zu entnehmen, dass es ab und zu  OK-Mitarbeiter gab, die nicht mit vollem Einsatz hinter der Sache standen und die ihnen übertragenen Aufgaben dementsprechend auch mit einer gewissen Lässigkeit ausführten. Dann gab es oftmals Probleme mit der Rangliste, weil schlicht und einfach der zuständige Mann zur richtigen Zeit fehlte. Auch mit dem Aufräumen nach dem Festtag gab es hin und wieder Probleme. Letztendlich waren aber immer wieder gute Geister zur Stelle, die zum Rechten schauten.

 

Im Verlaufe der Jahre hat sich in der Organisation des Nachwuchs-Schwingets ein festes Team eingearbeitet. Die steigende Beliebtheit dieser Festivität zog folglich auch mehr Zuschauer an und die Infrastrukturen mussten sukzessive ausgebaut und den gegebenen Verhältnissen angepasst werden. Damit stiegen unweigerlich auch die Unkosten. Kurzentschlossen wurde eine gutgeführte Festwirtschaft in das Organisationskonzept integriert, welche sich für das OK zu einem guten Unkostenträger entpuppte. Es kam der Zeitpunkt, wo die beliebte Abendveranstaltung in der Remise platzmässig nicht mehr genügte, so dass der damalige OKP Peter Inderbitzin mit seinen treuen Helfern 1989 einen perfekten Anbau angliederte.

 

Speziell gilt es aber auch zu erwähnen, dass der erwirtschaftete Reingewinn aus dem Festanlass eine zweckgebundene Verwendung findet. Mit anderen Worten, derselbe wird den Nachwuchs-Schwingern des Schwingerverbandes am Rigi zur Verfügung gestellt. So finden traditionsgemäss, regelmässig Ausflüge in den Europapark nach Rust statt.

 

Erst im Jahre 1990 wurden eigentliche Richtlinien auf Papier gebracht. So wird unter dem Namen ‚Rothenfluh-Schwinget‘ alljährlich im Verbandsgebiet des Schwingerverbandes am Rigi ein Jungschwinget durchgeführt. Da die ersten Schwingfeste auf der Alp Rigi-Rothenfluh stattgefunden haben, soll der Namen beibehalten werden. Die Organisation übernimmt ein gewähltes, eigenständiges Komitee. Das Schwingfest steht grundsätzlich unter dem Patronat des Schwingerverbandes am Rigi. Ziel und Zweck des Schwingfestes ist es, den Schwingernachwuchs im Verbandsgebiet des Schwingerverbandes am Rigi zu fördern und die Kameradschaft zu pflegen. Teilnahmeberechtigt sind nur Jungschwinger, die im Verbandsgebiet des Schwingerverbandes am Rigi, also den Gemeinde Arth, Lauerz und Steinerberg, wohnhaft sind. Schwingen dürfen nur Jünglinge im Alter zwischen 7 und 17 Jahren. Wenn möglich, wird in zwei Kategorien geschwungen. Es soll auch jedes Jahr ein Steinstossen durchgeführt werden. Traditionsgemäss gehört zum Rothenfluh-Schwinget auch eine Abendunterhaltung dazu. Eine währschafte Verpflegung mit Steak und Älplermagronen sowie musikalische Unterhaltung bilden den weiteren Verlauf des Anlasses. Kurz vor dem Einnachten werden die Kräfte nochmals auf die Probe gestellt. Durch das alte Kräftespiel ‚Katzenstebeln‘ werden nochmals die stärksten Männer und Frauen auserkoren.